Nur wenige Monate nach der Gründung am 8. Juli 2010 ist die Handlungsfähigkeit der Abwicklungsgesellschaft für Vermögenswerte des HRE-Konzerns sicher gestellt. Die Aufbaumonate standen dabei ganz im Zeichen des Personalaufbaus. Die Suche nach hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern für die anspruchsvolle Aufgabe, das Portfolio an nicht strategienotwendigen Geschäftsbereichen und leistungsgestörten Krediten abzuwickeln, verlief äußerst erfolgreich. Besonders schnell konnte die Refinanzierungsstrategie umgesetzt werden. Die Finanzierungsmittel der Europäischen Zentralbank waren bereits bis zum Jahresende von in der Spitze EUR 105 Mrd. auf EUR 93 Mrd. reduziert. Die Liquiditätsgarantien des Sonderfonds zur Finanzmarktstabilisierung SoFFin konnten von ursprünglich EUR 124 Mrd. bis zum Jahresende bereits auf nur noch EUR 15 Mrd. zurück gefahren werden. Diese verbliebene Garantiesumme wurde früher als geplant im März 2011 durch eigene Emissionen abgelöst. In den nächsten Tagen ist die erste Benchmark-Emission am Kapitalmarkt vorgesehen. Dieser Eckpfeiler der Refinanzierung trifft bei institutionellen Investoren auf großes Interesse. Der für die drei Monate des Rumpfgeschäftsjahres erzielte Zinsüberschuss von EUR 146 Mio spiegelt die erfolgreich umgesetzte Refinanzierungsstrategie wider. Das Provisionsergebnis war mit EUR 86 Mio. negativ. Es ist im Wesentlichen bestimmt durch Provisionsaufwendungen aus so genannten SoFFin-Garantie-Gebühren (§ 6 FMStG) sowie Prämienzahlungen für Derivate für Sicherungszwecke. Die Verwaltungskosten betrugen EUR 129 Mio. Darin enthalten sind auch Zahlungen an externe Berater, die die Lücken bis zur Einstellung fester Mitarbeiter füllen konnten. Die Bilanzsumme der FMS Wertmanagement beträgt zum 31. Dezember 2010 EUR  358 Mrd.

Der Betrag ist deutlich höher als der Wert des übertragenen Portfolios insbesondere aufgrund des Erwerbs von eigenen Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 116 Mrd. zum Zwecke der Refinanzierung bei der Bundesbank. Mit Hilfe dieser Maßnahme konnte das SoFFin-garantierte Volumen bereits vollständig zurückgeführt werden. Augrund gestellter Sicherheiten, zusätzlich gehaltener Barreserve und weiterer nach HGB aktivierungspflichtiger Komponenten ergibt sich eine ökonomische Bilanzsumme von EUR 185 Mrd.

Eine der Hauptaufgaben für die Mitarbeiter der FMS Wertmanagement in den ersten Monaten war die Sichtung und Analyse und das Management von mehr als 12.500 Einzelpositionen des übertragenen Portfolios. Es besteht aus fünf Hauptbereichen und den dazu gehörigen Derivats- Positionen:

  • dem Bereich Commercial Real Estate mit einem Anteil von 11 Prozent
  • dem so genannten Bereich Workout, in dem sich leistungsgestörte Kredite befinden, bei denen es bereits zu Zahlungsverzug, Zahlungsausfällen oder rechtlichen Maßnahmen gekommen ist, mit einem Anteil von 4 Prozent
  • dem Bereich Infrastructure, mit einem Anteil von 10 Prozent
  • der Bereich Structured Products mit einem Anteil von 25 Prozent
  • und den Bereich Public Sector mit einem Anteil von 50 Prozent

Bei der Übertragung des Portfolios hatte der SoFFin der FMS Wertmanagement Kapital in Höhe von EUR 3,87 Mrd. zugeordnet, um erwartete Verluste ausgleichen zu können. Mit dem Abschluss für das Jahr 2010 hat die FMS Wertmanagement eine Risikovorsorge in Höhe von EUR 2,97 Mrd. gebildet. Davon entfallen EUR 1,84 Mrd. auf Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen auf das Kreditgeschäft. Auf Wertpapiere wurden Abschreibungen in Höhe von EUR 1,13 Mrd. gebildet. Die Zuführung zu den Pauschalwertberichtigungen in Höhe von EUR 759 Mio. enthalten die vorgenommene Länderrisikovorsorge in Höhe von EUR 103 Mio. Die zusätzliche Risikovorsorge beruht auf Marktveränderungen und der Fortschreibung von Entwicklungen in einzelnen Vermögenswerten; sie trägt außerdem den Besonderheiten einer Abwicklungsanstalt Rechnung. Ein Teil der Risikovorsorge ist allein auf die Anwendung unterschiedlicher Rechnungslegungsvorschriften zurück zu führen. Während der HRE-Konzern nach IFRS bilanziert, ist die FMS Wertmanagement dazu verpflichtet, Wertansätze nach HGB auszuweisen. Die neue Risikovorsorge ist der Hauptgrund für den negativen Jahresabschluss der FMSWertmanagement mit einem Ergebnis vor Verlustübernahme von EUR - 3,04 Mrd. Der Risikovorsorgebedarf bewegt sich innerhalb des von der FMSA zum Zeitpunkt der Portfolioabspaltung erwarteten Verlusts, der sich auf den Abwicklungszeitraum von zehn Jahren bezieht. Die Bilanzierung dient dabei der Erfassung potenzieller Bewertungskorrekturen und geht nicht mit einem korrespondierenden Liquiditätsabfluss einher.

icon Geschäftsbericht 2010 (1.56 MB)

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