Nominalwert des Portfolios wurde in 2018 um insgesamt 8,3 Mrd. Euro verringert

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit liegt bei 114 Mio. Euro

Weitere Werthebel bei Abwicklung der DEPFA-Gruppe realisiert


Die bundeseigene Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement (FMS-WM) hat im Geschäftsjahr 2018 ein positives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 114 Mio. Euro (Vorjahr 429 Mio. Euro) erzielt, welches erwartungsgemäß deutlich unter dem sehr hohen Vorjahreswert liegt. Das Portfolio wurde im Geschäftsjahr 2018 um 8,3 Mrd. Euro (Vorjahr 14,0 Mrd. Euro) abgebaut. Das verbliebene Portfolio zum Jahresende 2018 in Höhe von 69,0 Mrd. Euro enthält von der DEPFA-Gruppe erworbene Vermögenswerte im Nominalvolumen von 5,8 Mrd. Euro (ursprünglich 7,7 Mrd. Euro). Die Bilanzsumme der FMS-WM reduzierte sich zum 31. Dezember 2018 um rund 8 Prozent auf 144,7 Mrd. Euro.

„Wir haben im Geschäftsjahr 2018 den Abbau unseres Portfolios weiter vorangetrieben und konnten trotz erwartungsgemäß geringerer Sondereffekte zum siebten Mal in Folge ein positives Jahresergebnis erzielen“, sagt Vorstandssprecher Stephan Winkelmeier. „Ungeachtet der gezielten Maßnahmen zum Abbau von Risikokonzentrationen im Portfolio bleiben diese eine der zentralen Herausforderungen für die FMS-WM.“

Das Zinsergebnis sank im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 33,1 Prozent auf 348 Mio. Euro (Vorjahr 520 Mio. Euro). Der Rückgang ist auf das reduzierte Portfolio sowie deutlich geringere Sondereffekte im Zusammenhang mit erhaltenen Ausgleichszahlungen für Vertragsanpassungen von Besicherungsanhängen für Derivate in Höhe von 32 Mio. Euro (Vorjahr 154 Mio. Euro) zurückzuführen.

Die Nettozuführung zur Risikovorsorge und das Ergebnis aus Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2018 betrug 105 Mio. Euro (Vorjahr: 202 Mio. Euro). Darin enthalten sind Erträge aus der erfolgreichen Abwicklungsarbeit sowie der realisierte Gewinn aus dem Verkauf einer der im Jahr 2015 erworbenen DEPFA-Hybridkapitalanleihen. Diesen Erträgen stehen Aufwendungen zur Reduzierung der Komplexität und zum Abbau von Risikokonzentrationen im Portfolio gegenüber. Die konservative Bewertung der Risiken im Portfolio hat die FMS-WM auch im Geschäftsjahr 2018 beibehalten.

Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2018 um 5,9 Prozent auf 144 Mio. Euro (Vorjahr 153 Mio. Euro) gesunken und liegen damit wie in den Vorjahren deutlich unter der Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss. Der Rückgang ist das Ergebnis eines strikten Kostenmanagements, dem sich die FMS-WM seit ihrem Bestehen verpflichtet hat. Allerdings sind weiteren Kostensenkungen vor allem durch regulatorische Vorgaben und vom Portfoliovolumen weitgehend unabhängigen Aufwendungen enge Grenzen gesetzt. Daher werden die Aufwände bei voranschreitendem Portfolioabbau die Erträge mittelfristig übersteigen. „Mit Blick darauf erarbeitet die FMS-WM im Rahmen des Projekts NEXT ein mittelfristiges Zielbild, das für operative Stabilität und tragfähige Kostenstrukturen sorgen soll“, sagt Vorstandssprecher Winkelmeier.

Die FMS-WM hat im Geschäftsjahr 2018 das nach wie vor günstige Marktumfeld genutzt und am Kapitalmarkt Refinanzierungsmittel in Höhe von 5,7 Mrd. Euro aufgenommen (Vorjahr 19,3 Mrd. Euro). Das Fälligkeitsprofil der Neuemissionen wurde so gewählt, dass wie vorgesehen über die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur beginnend ab 2019 die Kapitalmarktrefinanzierung in Euro durch den Bund schrittweise übernommen wird.

Mit dem Verkauf einer von der FMS-WM im Geschäftsjahr 2015 erworbenen Hybridkapitalanleihe an die DEPFA-Gruppe wurde ein weiterer Werthebel für die Abwicklung der DEPFA-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 realisiert. Der positive Ergebnisbeitrag dieser Transaktion bei der FMS-WM beläuft sich auf 144 Mio. Euro. Begünstigt durch die Transaktion sank die Bilanzsumme der DEPFA-Gruppe zum 31. Dezember 2018 um weitere 3,2 Mrd. Euro auf 15,4 Mrd. Euro, korrespondierend stieg die Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) zum Jahresende 2018 auf 109,2 Prozent. „Seit 2014 wurde ein Großteil der identifizierten Werthebel bei der DEPFA-Gruppe realisiert bzw. deren zeitnahe Realisierung vorbereitet. Mit den im Jahr 2019 geplanten Maßnahmen soll insbesondere das Eigenkapital unter Beachtung der regulatorischen Mindestwerte an die FMS-WM übertragen bzw. ausgeschüttet werden“, sagt Finanzvorstand Christoph Müller. „Parallel dazu prüft die FMS-WM einen Verkauf der DEPFA-Gruppe“, so Christoph Müller weiter.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet die FMS-WM infolge des fortschreitenden Portfolioabbaus und rückläufigen Sondereffekten einen weiteren Rückgang des Zins- und Provisionsüberschusses. Trotz dieser absehbaren Entwicklung geht die FMS-WM auch in 2019 von einem mindestens ausgeglichenen Ergebnis aus. Dies setzt voraus, dass keine unerwarteten makroökonomischen Belastungen eintreten.

Die FMS-WM wurde im Jahr 2010 mit dem Ziel gegründet, die zum 1. Oktober 2010 von der Hypo Real Estate-Gruppe übernommenen Risikopositionen und Geschäftsbereiche abzuwickeln. Sie wird von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung beaufsichtigt. Für den Ausgleich von bei der Abwicklung entstehenden Verlusten gilt eine unbegrenzte Nachschusspflicht des Sondervermögen Finanzmarktstabilisierungsfonds gemäß § 8a des Gesetzes zur Errichtung eines Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMStFG).

Bei Rückfragen steht Ihnen Frank Hessel, Pressesprecher, unter der Telefonnummer 089-9547627-647 oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.