Seit Oktober 2010 konnte die FMS-WM das von der HRE-Gruppe übernommene Portfolio mit einem Nominalwert von EUR 175,7 Mrd. auf EUR 69,0 Mrd. per Ende 2018 reduzieren.

Im Restportfolio von EUR 69,0 Mrd. sind die im Rahmen der beschleunigten Abbaustrategie der DEPFA-Gruppe erworbenen Risikopositionen in Höhe von EUR 5,8 Mrd. enthalten.Ohne diese wäre das verbliebene Portfolio Ende des Jahres 2018 auf rund EUR 63,2 Mrd. gesunken.

Entwicklung Portfolio

Seit dem vierten Quartal 2016 hat die FMS-WM am Markt erworbene Anleihen und Schuldverschreibungen der DEPFA-Gruppe (DEPFA-Verbindlichkeiten) an die DEPFA-Gruppe verkauft. Im Gegenzug wurden Risikopositionen mit einem Nominalvolumen in Höhe von EUR 5,3 Mrd. (2016) bzw. EUR 1,9 Mrd. (2017) von der DEPFA-Gruppe erworben. Auch im Jahr 2018 erwarb die FMS-WM weitere Vermögenswerte mit einem Nominalvolumen von EUR 0,5 Mrd., mit denen die DEPFA-Gruppe den Rückkauf der Hybridkapitalanleihe finanziert hat. Im Rahmen dieser drei Transaktionen wurden insgesamt 328 Positionen von der DEPFA-Gruppe auf die FMS-WM übertragen.

Im Portfolio der FMS-WM reduzierte sich die Zahl der Kontrahenten im Jahr 2018 um 9,3 % auf 830. Ursprünglich befanden sich im Portfolio 3.191 Kontrahenten. Die Zahl der noch verbliebenen Engagements ist seit dem 1. Oktober 2010 um über 76 % auf 1.693 gesunken.

 

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Die einzelnen Engagements befinden sich in 45 Ländern, wobei erhebliche Konzentrationen in Italien, Großbritannien und den USA bestehen. 
Der Anteil dieser drei Länder am Gesamtportfolio erhöhte sich weiter auf rund 74% des Gesamtportfolios.

Gesamtportfolio Ubersicht DEU

 

Das Segment Commercial Real Estate (CRE), das zum Zeitpunkt der Übertragung mit 3.512 Einzelengagements fast die Hälfte aller übernommenen Positionen des Gesamtportfolios ausmachte, konnte seit Gründung der FMS-WM, auch begünstigt durch das positive Marktumfeld und aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Kredite, am schnellsten abgebaut werden.

Zum Jahresende 2018 sind im Segment CRE nur noch 95 Einzelpositionen mit einem Nominalwert von EUR 1,4 Mrd. enthalten

Grafik Commercial Real Estate

 

Das Segment Infrastructure, das Ende des Jahres 2018 noch rund 14 % des verbliebenen Portfolios ausmachte, konnte in 2018 von EUR 10,1 Mrd. zu Jahresbeginn auf EUR 9,5 Mrd. zum Jahresende reduziert werden.

Die größten Rückführungen betrafen Kredite für ein für ein französisches Tunnelprojekt, für eine Projektfinanzierung aus dem Medizinbereich und für eine Flugzeugfinanzierung.

Zum Jahresende 2018 befanden sich in dem Portfolio noch 279 Einzelpositionen (Vorjahresende 304 Positionen). Seit Übernahme des Portfolios konnte der Nominalwert des Infrastructure- Portfolios von EUR 18,0 Mrd. um 47 % verringert werden.

Grafik Infrastructure

Das Public-Sector-Portfolio konnte im Geschäftsjahr 2018 von EUR 40,6 Mrd. zu Jahresbeginn auf EUR 35,0 Mrd. zum Jahresende reduziert werden. 

 

Während planmäßige Tilgungen mit EUR 1,3 Mrd. zum Abbau beigetragen haben, konnten die Portfoliomanager weiterhin die günstigen Marktbedingungen nutzen, um Wertpapiere mit einem Nominalvolumen von EUR 4 ,2 Mrd. vor Fälligkeit zu verkaufen. Die Verkäufe konzentrierten sich dabei auf Engagements in Italien, Polen und Portugal, während die größten planmäßigen Rückführungen isländische, spanische und ebenfalls italienische Engagements betrafen. Der Anteil des Portfoliosegments Public Sector am Nominalvolumen des Gesamtportfolios beträgt 51 %. Bereits bei der Übertragung des Portfolios von der HRE-Gruppe auf die FMS-WM zum 1. Oktober 2010 machte das Segment Public Sector mit einem Nominalwert von EUR 86,6 Mrd. und einem Anteil von rund 49 % den größten Teil aus.

Bei den Kreditnehmern und Emittenten von Wertpapieren handelt es sich um Staaten, Regionen, Städte, Anstalten des öffentlichen Rechts und staatsnahe Unternehmen. Forderungen gegenüber Staaten der Europäischen Union bilden den Großteil des Portfolios, das durch einen hohen Anteil von Forderungen mit sehr langen Restlaufzeiten geprägt ist. So weisen rund 71% des gesamten Public-Sector-Portfolios Laufzeiten aus, die erst nach 2030 enden.

Die Handlungsmöglichkeiten für einen noch schnelleren Abbau von Positionen dieses Segments sind begrenzt. Denn die Kredite und Wertpapiere wurden in Asset-Swap-Paketen durchweg vor Ausbruch der Finanzkrise vergeben beziehungsweise emittiert, als am Markt noch deutlich geringere Margen akzeptiert wurden. Ein Verkauf im aktuellen Marktumfeld mit höheren Renditeerwartungen potenzieller Käufer wäre somit nur mit hohen Verlusten möglich. Viele der gehaltenen Positionen sind zudem sehr illiquide, was bei einem vorzeitigen Verkauf zu weiteren Preisabschlägen führen würde. Nichtsdestotrotz hat die FMS-WM im Jahr 2018 das positive Marktumfeld genutzt, um Teile solcher Wertpapier- und Kreditbestände inkl. Swaps entweder durch Verkäufe abzubauen bzw. deren Komplexität durch ein Auflösen der Asset-Derivate-Strukturen zu reduzieren.

Grafik Public Sector

Ein Drittel des Gesamtportfolios ist Ende des Jahres 2018 im Segment Structured Products investiert. Dieses Teilportfolio ging im Jahr 2018 von EUR 24,1 Mrd. zu Jahresbeginn auf EUR 23,1 Mrd. zum Jahresende zurück.

Im Jahresendbestand sind Wertpapiere in Höhe von EUR 3,3 Mrd. enthalten, die die FMS-WM von der DEPFA-Gruppe erworben hat.

Das Teilportfolio besteht Ende 2018 noch aus 444 Positionen mit 233 Kreditnehmern. In diesem Segment befinden sich unter anderem strukturierte Kreditinstrumente wie Asset Backed Securities (ABS), Commercial beziehungsweise Residential Mortgage Backed Securities (CMBS beziehungsweise RMBS) oder Collateralized Debt Obligations (CDO). Rund ein Drittel der strukturierten Wertpapiere im Portfolio der FMS-WM basieren auf staatlich garantierten Studentenkrediten in den USA.

Grafik Structured Products

Die Abwicklung der DEPFA-Gruppe macht Fortschritte. Die Bilanzsumme ging seit 2014 um 68 % zurück, die Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) stieg zum Jahresende 2018 nochmals auf 109,2 %.

Bereits bei der Prüfung einer möglichen Übernahme hatte die FMS-WM Werthebel identifiziert, die zu günstigeren Perspektiven für die Abwicklung der DEPFA-Gruppe führen sollten. Diese bestanden aus:

  • der Realisation von Kosteneinsparungen
  • der konsequenten Nutzung von Refinanzierungsvorteilen
  • dem Rückkauf der von der DEPFA-Gruppe begebenen Verbindlichkeiten

Die Bilanzsumme der DEPFA-Gruppe sank innerhalb von vier Jahren von EUR 48,5 Mrd. Ende 2014 auf EUR 15,4 Mrd. Ende 2018 um 68 %. Das gesamte Abwicklungsportfolio der DEPFA-Gruppe reduzierte sich von EUR 23,8 Mrd. auf EUR 7,2 Mrd. Die risikogewichteten Aktiva gingen im gleichen Zeitraum um 83 % von EUR 5,4 Mrd. auf EUR 0,9 Mrd. zurück. In Verbindung mit einer deutlichen Verbesserung der Geschäftsergebnisse führte dies zu einem Anstieg des Kernkapitals (CET 1 Ratio) der DEPFA-Gruppe von 15,5 % in 2014 auf überdurchschnittliche 109,2 % Ende 2018.

Drittinvestoren halten nur noch ca. EUR 0,4 Mrd. an DEPFA-Verbindlichkeiten mit Laufzeiten ab 2020. Die FMS-WM geht trotz der inzwischen sehr niedrigen Liquidität der Anleihen und Schuldverschreibungen nicht davon aus, dass weitere Rückkäufe in nennenswertem Umfang möglich sind, und wird daher den Ankauf von DEPFA-Verbindlichkeiten im Juni 2019 wie angekündigt beenden.

Seit 2014 wurde ein Großteil der durch die FMS-WM identifizierten Werthebel bei der DEPFA bereits realisiert bzw. deren zeitnahe Realisierung vorbereitet. Diese Strategie wird weiterverfolgt.

Mit den im Jahr 2019 geplanten Maßnahmen soll die Bilanzsumme der DEPFA-Gruppe weiter reduziert, die Organisationsstruktur vereinfacht sowie Eigenkapital unter Beachtung der regulatorischen Mindestwerte an die FMS-WM übertragen bzw. ausgeschüttet werden. Die Maßnahmen werden dabei so ausgestaltet, dass auf der einen Seite die identifizierten Werthebel vollständig realisiert werden und auf der anderen Seite bezüglich der weiteren Abwicklungsstrategie größtmögliche Flexibilität besteht.

Mit Blick auf das anhaltend positive Marktumfeld prüft die FMS-WM den Verkauf der DEPFA-Gruppe. Dabei werden die möglichen Erlöse eines Verkaufs der DEPFA-Gruppe den zu erzielenden Vorteilen einer Fortführung der beschleunigten Abwicklung der DEPFA-Gruppe durch die FMS-WM gegenüberstellt.

Nach den im Geschäftsjahr 2018 erzielten Fortschritten und unabhängig von der weiteren Abwicklungsstrategie geht die FMS-WM unverändert davon aus, dass die Abwicklung der DEPFA-Gruppe gegenüber dem im Jahr 2014 nicht durchgeführten Verkauf vorteilhaft bleibt.

DEPFAWeitere Informationen zur DEPFA Bank plc finden sich auf deren Website: https://www.depfa.com